Häufig gestellte Fragen

Was heißt „wdk“?

wdk steht für „Wirtschaftsverband der Deutschen Kautschukindustrie“, darin sind die Premium-Reifenhersteller in Deutschland organisiert.

Was ist das wdk-Zertifikat?

Das Zertifikat ist ein Qualitätssiegel für Reifenservicebetriebe (Reifenhandelsunternehmen, Kfz-Werkstätten), die durch speziell geschulte, zertifizierte und geprüfte Monteure und die Investition in spezielle, zertifizierte und geprüfte Montagemaschinen die sach- und fachgerechte Montage der sensiblen UHP- und Runflat-Reifen sichern.

Was sind UHP- und Runflat-Reifen?

"UHP-Reifen" sind Hochleistungsreifen mit extremen Breitformaten und Durchmessern (Verhältnis von Reifenhöhe zu Reifenbreite von 45 Prozent oder geringer) und Reifen, deren Speedindex eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und mehr aufweist, sowie auch sogenannte 4x4- und SUV-Reifen.
"Runflats" sind Reifen, die dank verstärkter Seitenwände maximale Sicherheit im Fall einer Reifenpanne garantieren und durch ihre Notlaufeigenschaften das Mitführen eines Reserverades entbehrlich machen.

Warum muss die Montage von UHP- und Runflat-Reifen extra zertifiziert werden? Gehört das in Werkstätten, die Reifen montieren, nicht zum "täglich Brot"?

Schon vor einigen Jahren schlugen Sachverständige Alarm, weil ihnen eine Zunahme von Schäden an diesen Reifentypen aufgefallen war. Eingehende Untersuchungen ergaben, dass herkömmliche Montagemaschinen und das Know-how traditionell ausgebildeter Reifenmonteure für diese Hightech-Reifen nicht mehr ausreichten. Deshalb initiierte die Reifenbranche unter Federführung der Verbände BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk, der bundesweite Fachverband für Reifenhandels- und -handwerksbetriebe) und wdk (Wirtschaftsverband der Deutschen Kautschukindustrie, in dem die Reifenhersteller in Deutschland organisiert sind) das Projekt "wdk-zertifizierte Reifen-Montage".

Sind UHP- oder Runflat-Reifen nicht nur etwas für superschnelle Sportwagen?

Nein, sie gehören bereits bei vielen Fahrzeugklassen ab Werk zur Standard-Ausstattung. In Deutschland ist fast jedes dritte Auto mit den Pneus dieser Kategorie ausgestattet – nicht nur Sportwagen, auch Geländewagen und Minivans und sogar Kleinwagen rollen heute schon mit solchen Hightech-Reifen vom Band.

Woran erkenne ich, ob mein Auto mit UHP- oder Runflat-Reifen ausgerüstet ist?

Am Reifen selbst, in den Fahrzeugpapieren und der Betriebsanleitung.

Ist das wdk-Zertifikat tatsächlich ein neutrales Qualitätssiegel oder nur ein Verkaufsförderungsgag?

Hinter dem System der zertifizierten Montage stehen nicht nur die beiden Verbände des Reifengewerbes, sondern im Sinne höchstmöglicher Verbrauchersicherheit wurden alle beteiligten Verkehrskreise mit an den Tisch geholt, also auch Vertreter von Automobil- und Felgenherstellern sowie Werkstattausrüstern. Außerdem sind DEKRA und Materialprüfanstalt Darmstadt als neutrale Sachverständige mit im Boot. Ein mit diesen Vertretern besetztes Gremium lenkt die Arbeiten an dem Projekt, die geltenden Voraussetzungen für die Zertifizierung wurden gemeinsam erarbeitet und festgelegt. Sie werden zudem kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt.
Übrigens spricht allein die Tatsache, dass die Reifenindustrie beteiligt ist, schon gegen einen Verkaufsförderungsgag: Sichere Reifenmontage beschert den Herstellern nicht einen einzigen verkauften Reifen mehr, rein aus kommerziellen Gesichtspunkten könnte es ihnen egal sein, ob ihre Reifen in einer zertifizierten oder einer nicht zertifizierten Werkstatt montiert werden.

Was muss bei der zertifizierten Montage anders gemacht werden als beim herkömmlichen Reifenmontageverfahren?

Bei der Montage von UHP- und Runflat-Reifen nach wdk-Standard müssen folgende Punkte unbedingt eingehalten und berücksichtigt werden, da die bei der Montage auf den Reifen einwirkenden Kräfte aufgrund der steifen Reifenseitenwände direkt auf den Wulstbereich eingeleitet werden und diesen beschädigen können:

  • Die Reifenkerntemperatur muss mindestens 15 °Celsius betragen, die Idealtemperatur liegt bei 24 °C, da es bei der Montage am kalten UHP-/Runflat-Reifen zu einer bis zu 40 Prozent größeren Krafteinwirkung als beim Standardreifen kommt.
  • Der Reifen muss unbedingt inklusive der Seitenwände und Reifenwulst mit Gleitmittel eingeschmiert werden.
  • Der Monteur darf nur mit Begrenzer an der sogenannten Abdrückschaufel arbeiten, da die Seitenwände des Reifens wesentlich steifer sind als bei Standardreifen und der Reifen im Gürtelkantenbereich dauerhaft deformiert wird, wenn die Abdrückschaufel der Montagemaschine durchschlägt.
  • Man darf nicht wie bei Standardreifen in einem Zug montieren, sondern die Montage muss schrittweise mit Pausen erfolgen, um dem Reifen Zeit zum "Entspannen" zu geben.
  • Um die Montage zu optimieren, sind alle Hilfsmittel der zertifizierten Maschine dabei einzusetzen.
  • Der Monteur muss auf Knistergeräusche achten. Wenn der Reifen "spricht", muss er unbedingt sofort den Montagevorgang unterbrechen, nachschmieren und Niederdrücker einsetzen, um die auf den Wulstbereich einwirkenden Kräfte zu mindern.
  • Für den Reifenservicebetrieb gilt grundsätzlich: Nur mit zertifizierter Maschine und zertifiziertem Monteur arbeiten, um nach dem Stand der Technik zu arbeiten und keine Risiken im Rahmen der Produkthaftung einzugehen.

Was kann konkret passieren, wenn mein UHP- oder Runflat-Reifen auf herkömmliche Weise montiert wird?

Durch nicht fachgerechte Montage von UHP- und Runflat-Reifen wird die Reifenwulst beschädigt; dadurch kommt es erfahrungsgemäß zum Ausfall des Reifens entweder

  • durch schleichenden Luftverlust mit ansteigender Reifentemperatur und dem Risiko, dass der Reifen platzt, wenn der Fahrer den absinkenden Betriebsdruck nicht bemerkt;
  • durch explosionsartiges Platzen des Reifens aufgrund der Überlastung bei hohen Geschwindigkeiten. Hier hat der Fahrer oftmals keine Chance, das Fahrzeug kontrolliert zum Stehen zu bringen;
  • durch einen Langzeitschaden nach 3-4 Jahren aufgrund der eingeschränkten Betriebssicherheit des Reifens mit der Wulstbeschädigung. Der Reifen fällt dann aufgrund der Trennungen im Reifenaufbau schlagartig aus.

Alle genannten Schäden können durch einen Sachverständigen auch nach Jahren bewiesen und einer nicht sachgemäßen Montage zugeordnet werden.

Ist die zertifizierte Montage gesetzlich vorgeschrieben oder kann ich mich als Fahrzeughalter dafür frei entscheiden?

Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, aber aus Sicherheitsgründen ist die Montage von UHP- und Runflat-Reifen in zertifizierten Betrieben dringend zu empfehlen. Diesen Rat gibt zum Beispiel der anerkannte Fahrsicherheitsexperte und Ex-Formel 1-Profi Christian Danner, auch der ADAC weist auf seiner Website unter der Rubrik "Info, Test und Rat" explizit auf das wdk-Zertifikat hin und bietet dort eine Suchfunktion nach zertifizierten Betrieben.

Ist das Thema nur für Pkw oder auch andere Fahrzeugklassen (Kleintransporter, Busse, Lkw) relevant?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass ein Fachbetrieb, der über zertifizierte Montagetechnik und zertifiziertes Montagepersonal verfügt, auf dem aktuell höchsten Stand der Technik arbeitet und dadurch geradezu prädestiniert ist, auch alle anderen Reifen professionell und vor allem schadenfrei zu montieren.

Noch Fragen?



»Sichere Reifenmontage ist ein komplexes Thema, das erklärungsbedürftig ist und viele Fragen aufwirft. An dieser Stelle haben wir deshalb die am häufigsten gestellten Fragen für Sie zusammengestellt und beantwortet.«